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Konzertbericht: Manfed Junker's Journey within feat. Barbara Balzan

am 16. März 2012 in der Nudel 26 in Schaffhausen/CH, heute erschienen bei Archtop Germany:

http://www.archtop-germany.de/-Konzerte/Junker_Evans/junker_evans.html

25.3.12 18:39


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CD Review: Matthias Kläger: Johann Sebastian Bach - Complete Sonatas for Violin Solo (BWV 1001, 1003

Matthias Kläger: Johann Sebastian Bach - Complete Sonatas for Violin Solo (BWV 1001, 1003, 1005) - Transcription for Guitar. Acustica Records (2011)

Das Solowerk von J. S. Bach ist bekanntlich sehr gut für Gitarre erschlossen. Umso erstaunlicher ist es, dass bis vor kurzem verhältnismäßig wenige Transkriptionen der herausragenden Violinsonaten BWV 1001, 1003 und 1005 auf Schallplatte dokumentiert waren; Wulfin Lieskes Einspielung seiner Transkription der Sonate a-moll BWV 1003 von 1984, Petrit Ceku mit demselben Werk in einer Transkription des Cellisten (!) Walter Despalj (2008) und natürlich Frank Bungarten, der die Sonaten im Jahr 2001 gleich zusammen mit den Partiten BWV 1002, 1004 und 1006 vorgelegt hat, sind - mir bekannte - Ausnahmen (es gibt natürlich einige weitere Beispiele). In den letzten Jahren ist nun allerdings ein regelrechter Schub zu verzeichnen: So haben 2009 Timo Korhonen und 2011 Maximilian Mangold ihre eigenen Transkriptionen der 3 Sonaten eingespielt, und kürzlich erschienen schließlich die Transkriptionen des Freiburger Gitarristen Matthias Kläger.

In Klägers Bearbeitung klingen die Sonaten sehr gitarristisch, ohne dass er sie mit zusätzlichen Stimmen und Stilmitteln überfrachtet. Polyphonie wird in angemessenem Umfang hinzugefügt, um die Stärken der Gitarre auszunutzen und dem Instrument, wie der Künstler im Booklet darlegt, in seinen Besonderheiten gerecht zu werden, so dass die Werke idealerweise wie orginal für Gitarre komponiert klingen. Kläger hat für seine Transkriptionen ausführlich recherchiert. So hat er sich von einigen von Bachs eigenen Bearbeitungen seiner Werke für mehrstimmige Instrumente ebenso inspirieren lassen wie von Robert Hills Transkriptionen für Cembalo, verzichtet aber konsequent auf den Einsatz von Ausdrucksmitteln, die etwa für das Cembalo typisch, aber für die Gitarre eher fraglich sind (wie z.B. überreiche Verzierungen). Kläger nähert sich dem ursprünglichen Notentext respektvoll, ergänzt zusätzliche Stimmen dort, wo sie - v.a. aus historisch-informierter Sicht - sinnvoll die Solostimme abrunden, die musikalische Struktur stützen und die im Original nachvollziehbare implizite Polyphonie explizit machen. Keinesfalls erliegt er der Gefahr eines Zuviels nur um des gitarristischen Effekt willen.

Der Repertoirewert dieser Aufnahmen ist hoch. Die Sonaten sind überragende Kompositionen und ihre Darbietung auf der Gitarre überaus reizvoll. Matthias Kläger vermittelt in seinem Spiel, neben der gebotenen Seriösität, auch Elan und Begeisterung, so dass die Aufmerksamkeit des Zuhörers hoch bleibt und es eine Freude ist, sich von dem Künstler durch die von Sonate zu Sonate zunehmende Komplexität - insbesondere der Fugen - führen zu lassen.

Die Qualität der Aufnahme, die in  Jan Zaceks 'Klangscheune' in der Nähe Schaffhausen enstanden ist, ist eindrucksvoll. Der Höreindruck ist sehr direkt und lebendig, einschließlich gelegentlicher Atem- und Bewegungsgeräusche, so dass man sich wie in einem kleinen Konzertsaal fühlt. Der Klang der Gitarre, 1999 gebaut von Sebastian Stenzel, wird in allen Registern sehr authentisch eingefangen (ich hatte das Vergnügen des Hörvergleichs zwischen Konzert und Plattenaufnahme im Abstand von nur wenigen Stunden), mit dem nötigen Raum und einem sehr angenehmen - d.h. natürlichen - Hallanteil. Interessant für Spezialisten ist, dass das Booklet Details zu Aufnahmegeräten und zum Aufnahmeverfahren einschließlich Mikrophonpositionen angibt.

Sehr empfehlenswert.

12.1.12 18:32


Konzertbericht und Interview: Max Frankl & Nils Wogram

Auf Archtop Germany (www.archtop-germany.de), dem Portal für Jazzgitarre in Deutschland, ist meine Besprechung eines Konzerts des Duos von Max Frankl (Gitarre) und Nils Wogram (Posaune) erschienen, ergänzt durch ein Interview mit Max Frankl:

http://www.archtop-germany.de/-Konzerte/Frankl_Wogram/body_frankl_wogram.html

12.1.12 17:34


Buchbesprechung: Herbert Haffner, His Master's Voice. Die Geschichte der Schallplatte. Berlin: Parth

Herbert Haffner, His Master's Voice. Die Geschichte der Schallplatte. Berlin: Parthas 2011.

http://www.herberthaffner.de/

Gleichermaßen detailreich und unterhaltsam erzählt der renommierte Kulturpublizist Herbert Haffner die Geschichte der Schallplatte, von ihren Vorläufermedien im 19. Jahrhundert bis hin zur CD und SACD. Gleich der Einstieg mit der Frühgeschichte der Tonaufzeichnung fesselt: Die Erzählung rund um Scotts Phon-Autographen, Cros' Parléophone und Edisons Phonographen im 19. Jahrhundert ist so lebendig, dass man die Atemlosigkeit des Wettstreits gewissermaßen mitdurchleben kann. Danach geht es mit unverminderter Drehzahl weiter: die erste Schallplatte dank Emile Berliner; ihre rasant zunehmende Verbreitung mit gleichzeitiger Industrialisierung der Produktion; die Gründerjahre, in denen nach und nach die legendären Namen wie Victor, Columbia, RCA, EMI, HMV, Electrola, Odéon, Decca und natürlich die Deutsche Grammophon auftauchen; die ersten 'Recording Artists' wie Caruso und Nikisch; die Ikone Nipper; das unermüdliche Ringen um Verbesserung von Klang, Spieldauer, Handhabung und Haltbarkeit durch immer neue Versuche zu Materialien, Durchmesser, Rillenbreite, Abtastsytem, Umdrehungszahl, Aufzeichnungsverfahren; die Instrumentalisierung von Tonaufzeichung und -verbreitung in den Weltkriegen und die Destruktion der deutschen Kulturlandschaft während der Nazi-Herrschaft; tonangebende Produzenten wie Legge und Schiller; einfalls- und einflussreiche künstlerische Taktgeber für technische Entwicklungen (nein, gar nicht so sehr Karajan, sondern vielmehr der von Klassikpuristen oft belächelte Leopold Stokowski); Magnetaufzeichnung, Vinyl-LP, Mikrophonierung, Stereophonie, Quadrophonie, Bildplatten, Compact-Cassetten, CD, MP3, ... - dies alles ist eindrucksvoll recherchiert, dabei aber so flüssig und packend geschrieben, dass man sich zwar umfassend informiert, aber dennoch nie von der Detailfülle zugedeckt fühlt.

Das Buch ist erkennbar aus der Perspektive des Klassikspezialisten geschrieben. Popularmusik (wenn ich das hier um der Kürze willen mal so nennen darf) taucht lediglich punktuell auf: Chuck Berry mit der letzten 78er, Elvis als Motor für die 45er, George Martin und Brian Wilson als Studiotüftler; 'Pearl', Abraxas', 'Dark side of the moon' als frühe Quadrophonie-Alben. Speziell der Jazzliebhaber hätte sich sicher zumindest etwas über Rudy van Gelders große Kunst der Aufnahmetechnik inkl. Mikrophonauswahl- und positionierung gewünscht. Sei's drum, das Buch ist eine rundum spannende Lektüre für alle, die alles über die faszinierende und wechselvolle Geschichte ihrer schwarzen oder silbernen Lieblinge wissen wollen.

A propos Geschichte: Herbert Haffners Schlusswort und Ausblick fallen mir zu düster aus, prognostiziert er doch das geradezu apokalyptische Ende opulenter Plattensammlungen und schön gestalteter Cover in der multimedialen Wegwerfgesellschaft, die LPs allenfalls noch für's Scratchen brauchen kann und will. Ich glaube (nun ja ... hoffe ...) das nicht. Mich stimmt zuversichtlich, wenn ich, wie kürzlich auf einer großen Schallplattenbörse erlebt, die Händler klagen höre, dass viel zu viel junges Publikum mit viel zu wenig Geld da sei. Sicher, die Raritäten für 1.500 Euro haben die nicht eingepackt, aber taschenweise preisgünstige LPs mit Musik, für die zumindest ich kaum Scratch-Tauglichkeit erkennen konnte. Und gestern Abend habe ich einen (sehr) jungen Mann kennengelernt, der mir von seinem gar nicht mal so kleinen Label für Trance Music berichtet hat, für das CDs und LPs geschäftsentscheidend sind, wichtiger als der digitale Download. Zwei Mal ist die Schallplatte schon totgesagt worden, als Opfer zunächst der CC, dann von MP3. Vielleicht hat sie ja doch sieben Leben? Solange Nipper nur wachsam bleibt ...

(mh 09.12.2011)

 

10.12.11 10:52


CD Review: Lorenzo Petrocca Organ Trio, My Music (lpm, 2011)

Lorenzo Petrocca Organ Trio, My Music (lpm, 2011)

Lorenzo Petrocca (g), Thomas Bauser (Hammond B3), Armin Fischer (d)

http://www.petrocca.de/

Gleich der erste Ton lässt keinen Zweifel daran, was uns bei dieser CD erwartet: Ein kurzer Slide in einen Oktavgriff hinein, Drums und (Fußpedal-)Bass auf der Eins und dann sind wir schon mitten drin im Eröffnungsthema, die Gitarre in klassischer Oktavtechnik, garniert mit herrlich schmatzenden Einwürfen der B3 und zunächst noch mühsam gebändigt durch ein knackig-trockenes Schlagzeug, bevor dann ein kurzer Wirbel 'Ring frei' signalisiert - das ist Gitarre-Orgel-Schlagzeug-Trio in Reinkultur, energisch, treibend, mit unmittelbarer Wirkung auf Fuß und Finger des Hörers.

Lorenzo Petrocca hat vor fast 2 Jahren neun Eigenkompositionen mit seinem langjährigen Schlagzeugpartner Armin Fischer (der schon vor 10 Jahren auf 'Milan in Minor' dabei war) und Thomas Bauser, dem Initiator der Freiburger Hammond Jazz Nights, an der Hammond B3 eingespielt, die er jetzt abgemischt und veröffentlicht hat. Wir hören Lorenzos prägnante Kurzstatements, langgezogene melodische Linien, die die Themen schlüssig weiterentwickeln, und natürlich auch immer wieder seine Signature-Licks mit durchgetretenem Gaspedal. Thomas Bauser trifft das Idiom dieser Musik perfekt und ist, gemeinsam mit dem präsenten, aber nie aufdringlichen Armin Fischer, die kongeniale Ergänzung zum Bandleader, mit wunderbarem Gespür für den Charakter von Lorenzos Kompositionen. Diese sind melodisch so eingängig und rhythmisch so variantenreich, dass man die normalen verdächtigen Standards hier überhaupt nicht vermisst. Anspieltipp: seine Bossa für Corinna, mit einer Intro voller Seele und einem Thema, das Klassikerpotential hat. Als Nachfolgealbum zu dem entspannten 'Relax with us' erneut eine großartige Veröffentlichung am Ende eines äußerst produktiven Jahrs, in dem Lorenzo auch erstklassige Arbeit als Sideman auf den CDs und Tourneen von Anne Czichowksi und Jacinta abgeliefert. hat. Glückwunsch, und zwar an das ganze Trio! (mh 30/11/2011)

30.11.11 22:00


CD Review: Stephan Zimmermann (flh), Axel Moser (g): First Impression. MFLrecords 006 (2011)

Axel Moser (g), Stephan Zimmermann (flh): First Impression. MFLrecords 006 (2011)

http://www.zimmermann-moser-duo.de/

Eine eindrucksvolle Duo-CD mit überzeugenden Eigenkompositionen haben Axel Moser an der Gitarre und Stephan Zimmermann am Flügelhorn mit 'First Impression' vorgelegt. Stephan Zimmermann, Professor für Jazz-Trompete in Mannheim und ein Meister der Tonbildung, bewegt sich souverän zwischen melodiebetonten, entspannt-fließenden Linien und rhythmisch akzentuierten Passagen. Axel Moser, ein erfahrener Tourgitarrist und u.a. Duo-Partner von John Stowell, unterstützt zum einen diesen Ansatz, zum anderen bereichert und erweitert er ihn, indem er mit seiner Heritage H-576 und einer Godin Nylonstring immer wieder zupackende, grooveorientierte Elemente beisteuert. Stilistisch sind die Stücke dadurch vielseitig und abwechslungsreich; sie reichen von diversen Latinvarianten über Swing und Blues bis hin zum Walzer.

Bei seinen melodisch einfallsreichen, nie überladenen Soli hat sich Axel Moser für ein Overdub-Verfahren entschieden. Auch wenn pures Duo-Spiel den Reiz hat, dass die Gitarrensoli erst einmal aus der Begleitung heraus entwickelt werden müssen, erreicht Axel mit seinem Verfahren, dass der rhythmische Puls seiner Begleitung unverändert hochgehalten werden kann. Mit dieser CD zeigen sich Axel Moser und Stephan Zimmermann als eine hochinteressante und künstlerisch eigenständige Stimme unter den hochklassigen Duos in dieser klanglich so attraktiven Besetzung (bei der man natürlich sofort an Fresu/Towner, aber auch z.B. an Gottschalk/Haunschild denkt). Sehr zu empfehlen!

(mh 30/11/2011)

30.11.11 21:57





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